
Zwei Spuren im Schnee
Hand in Hand im Schnee mit dem Mann, den sie liebt, davon träumt Heaven schon lange. Als es jetzt so weit ist kann sie es gar nicht genießen, denn sie befindet sich mit Jon auf der Flucht vor ihrem rachsüchtigen Ex-Chef …
Hand in Hand im Schnee mit dem Mann, den sie liebt, davon träumt Heaven schon lange. Als es jetzt so weit ist kann sie es gar nicht genießen, denn sie befindet sich mit Jon auf der Flucht vor ihrem rachsüchtigen Ex-Chef …
Aus dem Amerikanischen von
Christine Schmidt
Über den Kopf von Charles Christopher Hugo hinweg grinste Heaven ihren Mann Jon an.
„Bitte, erzähl doch“, bat sie Heaven. „Ich liebe Geschichten!“
Willst du den Job wirklich annehmen? Nach allem, was er dir angetan hat?“
„Allerdings“, kicherte Janet. „Rache ist süß. Und er hat es wirklich verdient.“
„Es hat doch beinahe geklappt, oder etwa nicht? Nur dass ich jetzt nicht berühmt, sondern berüchtigt für meine Kochkunst bin. Untragbar für jeden Arbeitgeber.“ Wütend hatte sie die Tränen beiseitegewischt, die ihr bei diesen Worten in die Augen gestiegen waren. Selbstmitleid war nun ganz und gar nicht ihre Sache, auch wenn sie wirklich allen Grund dazu gehabt hätte.
Trotzdem hatte sie wenigstens ein Inserat aufgegeben, um es noch einmal zu versuchen.
„Aber du verdienst dir damit deinen Lebensunterhalt“, stellte Janet fest.
„Hast du schon einmal daran gedacht, im Ausland zu arbeiten?“
„Wo mich keiner kennt, meinst du?“ Heaven schüttelte den Kopf. „Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, aber ich möchte nicht weg. London ist meine Heimat. Hier gehöre ich hin, und hier will ich arbeiten. Wenn diese elende Ratte mir nicht alles kaputt gemacht hätte …“ Sie schluckte. „Alles lief so gut. Ich war doch gerade dabei, mir einen Namen zu machen!“
Hugh war Heavens älterer Bruder, der mit seiner Frau und den Kindern in Australien lebte.
„Das schwarze Schaf der Familie wandert aus …“, sagte Heaven nachdenklich. „Nein, Janet, ich renne nicht weg. Jeder wird denken, dass doch etwas an der Geschichte dran ist, wenn ich jetzt die Flucht ergreife.“ Sie schwieg einen Moment. „Harolds Ehe ist nicht meinetwegen auseinandergebrochen, das schwöre ich dir. Ich hatte nie ein Verhältnis mit ihm. Selbst wenn er nicht der widerwärtige, schleimige Typ wäre, der er ist, so war er doch verheiratet. Es ist nicht meine Art, mich in eine Ehe zu drängen. Ganz schuldlos bin ich allerdings sicher nicht“, schloss sie bitter.
„Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst“, bemerkte Janet leise. Heaven lächelte zaghaft.
„Stehst du in Kontakt mit ihr?“, erkundigte sich Janet.
Heaven schüttelte den Kopf. „Er muss schon Andeutungen über unser angebliches Liebesverhältnis gemacht haben, bevor ich überhaupt meine Stelle angetreten hatte. Zum Beispiel bestand er darauf, mich auch ohne ihr Einverständnis anzustellen. Und dann war alles nur noch ein Kinderspiel. Hier eine Andeutung, da eine Bemerkung … Innerhalb kürzester Zeit hatte er es geschafft, ihr Misstrauen zu erregen. Sie war natürlich bald davon überzeugt, dass ich eine Affäre mit Harold hatte.“
„Würdest du glauben, dass so ein Geizhals tatsächlich fast Millionär ist?“, fuhr Heaven empört fort.
Und dann hatte er sie geküsst. Atemlos, vorsichtig, zärtlich.